Mauerbau

Zu den vielen wirren Ideen, über die der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump im Wahlkampf gerne poltert, gehört der Bau einer Mauer an der amerikanisch-mexikanischen Grenze. Nur mit einem solchen Bauwerk, so Trump, könne man das Gelobte Land vor dem Bösen aus dem Süden schützen: vor Drogenhändlern, Terroristen und illegalen Einwandern.

Mal abgesehen davon, dass sich zwei der drei genannten Gruppen fortan dann eben über die unvermauerte Grenze im Norden aufmachen würden – in Kalifornien, Arizona und Texas bräche ein Gutteil Infrastruktur und soziales Leben zusammen, wenn plötzlich Hunderttausende Restaurantbedienungen, Zimmermädchen, Fabrikarbeiter und Nannies nicht mehr zur Arbeit erschienen.

The Wall entlang La Frontera ist übrigens nicht Trumps Idee: Sie geistert schon etliche Jahre durch die Köpfe republikanischer Politiker. Tom Russell, einer der aufmerksamsten Beobachter amerikanischer Befindlichkeiten im Südwesten der USA, hat vor zehn Jahren sogar einen Song über das Projekt geschrieben, „Who’s gonna build your wall?“. Für Trump ist das natürlich keine Frage: Bauen werden die Amerikaner – bezahlen aber soll der Nachbar im Süden. «Poor Mexico, so far from God and so close to the United States!», hat der mexikanische Präsident Porfirio Dianz einmal gesagt. Das ist weit über hundert Jahre her. Und immer noch wahr.

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