Happs!

Haiflosse

Es gibt ja Dinge, die man gar nicht gerne sieht, wenn man irgendwo unterwegs ist, und so ein aus dem Wasser ragendes Dreieck gehört für die meisten Menschen mit Sicherheit dazu. Da hilft es auch nicht, dass die Flosse im Wasser ist und man selbst auf einem Boot – wie viel das wert ist, hat jeder schon bei Spielberg gesehen.

Also: Irland, Westküste, ein paar Kilometer draußen, und plötzlich diese Flosse. Und unter ihr ein Schatten im Wasser, größer, als man ihn sich je vorgestellt hätte. Man kann sogar sehen, wie er das Maul unter Wasser aufreisst, der Schatten, und niemals mehr wird man sich fragen, wieso in toten Haien Dinge wie Nummernschilder oder halbe Surfbretter gefunden werden, oh nein. Eine Wohnzimmerheizung würde der da auch problemlos schlucken, und zwar mit einem einzigen Happs. Der Schatten dreht sich jetzt zur Seite, als wolle er mal prüfen, ob er unser Boot erst halbieren müsste, wenn er … oder ob das auch in einem …

Natürlich schreit an Deck alles durcheinander, und alles fotografiert oder snapchattet oder whatsappt oder was man heute so macht, Hauptsache, man ruft mindestens fünfzehn Mal „Oh, my God!“ dabei. Und dann meldet sich der Kapitän. Über Lautsprecher. Und erklärt, dass das da im Wasser, dieses acht Meter lange Monster – dass das sich ausschließlich von Plankton ernähre. Und sein Riesenmaul so weit aufreisse, damit genügend Wasser durch die Kiemen strömt und genügend Nahrung hängen bleibt.

Und dann? Dann möchte man sich am liebsten über die Reling beugen und dem Riesenhai kurz den Rücken tätscheln. Und  ihm ein „Mach’s gut!“ zurufen, bevor das Boot abdreht und ihn in Ruhe weiter fressen lässt, oder wie man das nennt.

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