Deleted Scenes

Neulich war ich für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung im Allgäuer Schnee, wo ich mich heldenhaft mit diversen Ausrüstungsgegenständen und Fahrgeräten die Berghänge hinab gestürzt habe. Die Story war zu lang, und den Absatz hier habe ich rausstreichen müssen.

Völlig erschlagen schleppe ich mich dann um 18 Uhr zur Touristeninformation: Da werde ich zu einer „Fackelwanderung mit zünftiger Einkehr“ erwartet, von der ich sehnlichst hoffe, dass es sich um eine Fackelspaziergang mit gewaltigem Abendessen handelt. „Sind Sie der Herr Nink?“ blafft mich ein Mitwanderer an, als ich Schlag sechs eintreffe, „wir warten alle schon auf Sie! Wo bleiben Sie denn?“ Der Typ sieht aus wie Peter Struck von der SPD, aber der lebt ja nicht mehr. Ich entschuldige mich dafür, dass ich zu einer Veranstaltung um 18 Uhr erst um 18 Uhr eintreffe, aber er ist gar nicht zu beruhigen, und ich überlege, ob ich ihm im Dunkeln vielleicht meine Bienenwachsfackel über die Rübe ziehen kann. Wir marschieren dann auch gleich los, und abgesehen von Strucks Dauergemecker („Ist das nicht viel zu steil?“, „Der Weg ist aber sehr anspruchsvoll!“) , wird es dann aber doch ganz schön, im dunklen Wald mit einem unglaublichen Sternenhimmel obendrüber, und im Gasthaus später spielt der Helmut mit der Ziehharmonika, und der Helmut fährt zufälligerweise mit dem Auto über Oberstdorf zurück, und einen Platz hat er auch noch.

Nachts träume ich vom echten Peter Struck, der einen vereisten Bergweg hinunter zu gehen versucht. Dann tritt ein Schatten aus dem Wald, und Martin Schultz greift ihm unter die Arme und geleitet ihn sicher hinab ins Tal.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.