Langeweile

Jazz-Musiker_09

Er langweilt sich, er will weg, sein Kumpel hat seit ein paar Tagen eine Nintendo XS, von seinem Onkel, krasse Spiele sind da drauf. Er dürfe auch mal, hatte Jayson ihm  versprochen. Nur kurz, nicht lange, hatte er gesagt, auf keinen Fall lange. Aber auch nur kurz an die Nintendo ist besser als das hier.  Auf die Ersatztrompete aufpassen. Reservestöcke festhalten. Als ob man die nicht einfach auf die Bank legen könnte. Als ob die jemand im Vorbeigehen … Blödsinn. Wer klaut denn sowas? Nee, er glaubt, dass Dad ihn aus ganz anderen Gründen dabei haben will, wenn er nachmittags mit seinen Jungs vor der Kathedrale aufzieht und Musik macht. Garantiert denkt er, dass diese blöden Touris ihn mit seinen Stöcken niedlich finden. Mehr Scheine locker machen, wenn sie ihn sehen.  Er  merkt  das doch,  wie die blöd grinsen, wenn er so tut, als trommle er mit. Kurz darauf werfen sie zwei, drei Dollar in den Karton, den sein Dad aufgestellt hat. Der spielt gerade den Auftaktwirbel zu „Oh, when the Saints go marching in“. Schon wieder. Zum hundertsten Mal für heute, garantiert. Und Jayson spielt zuhause auf seiner Nintendo. Gott, ist das langweilig hier.